Therapeutische Schwerpunkte

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Mann hört

Sprach- und Sprechentwicklung

 

Artikulationsstörung

Bei einer Artikulationsstörung ist die Aussprache eines oder mehrerer Laute nicht möglich oder auffällig. Je mehr Laute betroffen sind, desto schwerer sind die Patient_innen zu verstehen. Artikulationsstörungen können auch im Rahmen einer Orofazialen Dysfunktion auftreten.

 

Sprachentwicklungsverzögerung

Die frühe Sprachentwicklung bis zum 3. Geburtstag verläuft individuell in sehr unterschiedlichem Tempo. Während die einen Kinder mit 10 Monaten bereits die ersten Wörter produzieren, sprechen andere zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Wenn Kinder mit 2 Jahren aber noch keine 50 Wörter sprechen und/oder keine Zweiwortkombinationen (z.B: “da ball”) produzieren, spricht man von “Late Talkers” oder einer Sprachentwicklungsverzögerung.

Ab dem 2. Geburtstag ist es sinnvoll, bei Unsicherheiten eine Logopäd*in aufzusuchen und die Sprachentwicklung abklären zu lassen. Sie/Er kann Ihnen auch wertvolle Tipps zur spielerischen Sprachförderung geben.

 

Sprachentwicklungsstörung

Die kindliche Sprachentwicklung ist einer der komplexesten Entwicklungsschritte des Kindesalters. Deshalb zählen SES zu den häufigsten Entwicklungsstörungen. Dabei haben Kinder Probleme beim Erlernen der Sprache (Wortschatz, Grammatik, Sprachverständnis) und/oder des Sprechens, d.h. der Aussprache von Lauten.

Mögliche Symptome

  • Eingeschränkter aktiver Wortschatz (mit 2 Jahren weniger als 50 Wörter)
  • Probleme in der Grammatikentwicklung (mit 2 Jahren keine 2-Wort-Kombinationen, ab 2 ½ Jahren fehlende Verbzweitstellung im Hauptsatz)
  • Probleme bei der Aussprache von Lauten
  • Probleme im Sprachverständnis: Kinder reagieren auf Aufforderungen nicht oder nicht korrekt
  • Probleme beim Erzählen und später Schreiben von Geschichten/Texten
  • Sprach- und Sprechstörungen mit neurologischer Behinderung
  • Sprach-und Sprechstörungen mit neurologischer Behinderung
  • Sprach-und Sprechstörungen können in unterschiedlicher Ausprägung auftreten, je nachdem welche angeborenen oder erworbenen neurologischen Erkrankungen vorliegen. Abhängig von der Behinderung ist das Risiko für eine Sprachentwicklungsstörung (SES) erhöht. Die damit verbundenen Probleme in Bezug auf den Spracherwerb können sich negativ auf das Kommunikationsverhalten des Kindes auswirken, wordurch die Teilhabe im kommunikativen Alltageingeschränkt wird.

Mögliche Ursachen

  • Autismus-Spektrum-Störung
  • Hörbehinderung: Zentrale, sensoneurale Hörstörungen
  • Infantile Cerebralparese
  • Sehbehinderung und Blindheit
  • Neurologische Erkrankungen: z.B.: Landau-Kleffner-Syndrom, Epilepsie
  • Syndrome durch Genveränderungen wie z.B.: Down-Syndrom, Fragiles X-Syndrom, Rett-Syndrom
  • Geistige Behinderung: Liegt der Intelligenzquotient unter 70, ist eine Behinderung infolge einer Intelligenzminderung gegeben

 

Sprachentwicklungsstörung im Rahmen einer Behinderung

Sprach- und Sprechstörungen können in unterschiedlicher Ausprägung auftreten, je nachdem welche angeborenen oder erworbenen neurologischen Erkrankungen vorliegen. Abhängig von der Behinderung ist das Risiko für eine Sprachentwicklungsstörung (SES) erhöht. Die damit verbundenen Probleme in Bezug auf den Spracherwerb können sich negativ auf das Kommunikationsverhalten des Kindes auswirken, wordurch die Teilhabe im kommunikativen Alltag eingeschränkt wird.

Mögliche Ursachen

  • Autismus-Spektrum-Störung
  • Hörbehinderung: Zentrale, sensoneurale Hörstörungen
  • Infantile Cerebralparese
  • Sehbehinderung und Blindheit
  • Neurologische Erkrankungen: z.B.: Landau-Kleffner-Syndrom, Epilepsie
  • Syndrome durch Genveränderungen wie z.B.: Down-Syndrom, Fragiles X-Syndrom, Rett-Syndrom
  • Geistige Behinderung: Liegt der Intelligenzquotient unter 70, ist eine Behinderung infolge einer Intelligenzminderung gegeben

 

Verbale Entwicklungsdyspraxie (VED)

Sprechbewegungen können nicht zielgerichtet geplant, koordiniert und ausgeführt werden. Die Motorik der Sprechorgane und auch die auditive Wahrnehmung sind nicht beeinträchtigt. „Mein Mund macht nicht, was mein Kopf will“.

Mögliche Ursachen

Die genauen Ursachen sind noch nicht bekannt, es scheint jedoch eine genetische Komponente zu geben. Auch neurologische Ursachen sind nicht ausgeschlossen.

Symptome

  • kaum Lall- und Plapperproduktionen in der Säuglingszeit („stille Babies“)
  • verzögerter Spracherwerb
  • kaum verständliche Sprache
  • Suchbewegungen und/oder stilles Positionieren der Lippen und Zunge vor und während einer Äußerung
  • Gestörte Lautbildung - Hauptmerkmal ist die Variabilität der Lautbildungsfehler (inkonstant und inkonsequent) - ein und dasselbe Wort wird u.U. auf verschiedene Weise artikuliert
  • evtl. „Verlust“ bereits beherrschter Wörter

Neurologische Sprach- und Sprechstörungen

 

Dysphasie / Aphasie

Hierbei kommt es durch Beeinträchtigungen in bestimmten Teilen des Gehirns zu Auffälligkeiten in der Sprache, z.B. dem Aussprechen von Wörtern oder einzelnen Lauten, zu Problemen in der Wortfindung, aber möglicherweise auch im Sprachverständnis.
Laute können innerhalb des Wortes falsch ausgesprochen, einzelne durch andere ersetzt werden, manchmal ist das Wort nicht mehr verständlich.
Auch Schwierigkeiten beim Lesen, Schreiben und Rechnen können vorkommen.
Dysphasie/Aphasie treten in Zusammenhang mit neurologischen Ursachen (z.B. als Folge von Schädel-Hirn-Trauma, Schlaganfall, etc.) auf.

 

Alexie / Dyslexie

Unter Alexie/Dyslexie ist eine Lesestörung infolge neurologischen Geschehens zu verstehen, die in den meisten Fällen im Rahmen einer Aphasie auftreten kann.

Mögliche Ursachen

  • Schlaganfall
  • Schädel-Hirn-Trauma
  • Hypoxie
  • Tumore des zentralen Nervensystems
  • Degenerative neurologische Erkrankungen

Symptome

Beim Lesen kann es zu Auslassungen, Ersetzungen, Ergänzungen oder Umstellungen einzelner Laute / Buchstaben oder Wörter kommen. Manchen Personen mit Alexie/Dyslexie ist es nur möglich, einzelne Laute oder aber auch nur ganze Wörter zu identifizieren und laut vorzulesen, während andere Personen evtl. nur noch persönliche Daten zu sich selbst erkennen und
vorlesen können.

 

Agraphie / Dysgraphie

Unter Agraphie/Dysgraphie ist eine Schreibstörung infolge neurologischen Geschehens zu verstehen, die in den meisten Fällen im Rahmen einer Aphasie auftreten kann.

Mögliche Ursachen

  • Schlaganfall
  • Schädel-Hirn-Trauma
  • Hypoxie
  • Tumore des zentralen Nervensystems
  • Degenerative neurologische Erkrankungen

Symptome

Beim Schreiben kann es zu Auslassungen, Ersetzungen, Ergänzungen oder Umstellungen einzelner Laute / Buchstaben oder Wörter kommen. Manchen Personen mit Agraphie/Dysgraphie ist es nur möglich, einzelne Laute oder aber auch nur ganze Wörter zu schreiben, während andere Personen evtl. nur noch persönliche Daten zu sich selbst notieren können.
Eine Agraphie/Dyslexie ist nicht mit der motorischen Durchführung des Schreibens (Graphomotorik) zu verwechseln, kann jedoch gekoppelt auftreten, da nach einem linkshemisphärischen Insult (Schlaganfall) in der Regel die rechte Körperhälfte gelähmt ist und dadurch die dominante Hand Schreibbewegungen nicht ausführen kann – zudem kann jedoch eben auch eine Agraphie/Dysgraphie bestehen, die man daran erkennt, dass die Personen auch nicht mit der nicht-dominanten Hand Buchstaben / Wörter aufschreiben könnten.

 

Akalkulie / Dyskalkulie

Unter Akalkulie/Dyskalkulie ist eine Störung der Zahlen- und Rechenverarbeitung infolge neurologischen Geschehens zu verstehen, die in den meisten Fällen gekoppelt mit einer Aphasie (Hyperlink) auftreten kann.

Mögliche Ursachen

  • Schlaganfall
  • Schädel-Hirn-Trauma
  • Hypoxie
  • Tumore des zentralen Nervensystems
  • Degenerative neurologische Erkrankungen

Symptome

Personen mit Akalkulie/Dyskalkulie haben Probleme im Verständnis und/oder in der Produktion von Zahlen. Dies bedeutet, dass
Zahlen/Summen/Rechenvorgänge evtl. nicht verstanden werden und somit der Alltag im Umgang mit Zahlen erschwert ist. Dazu können das Verstehen und Wiedergeben von Uhrzeiten, das Mengenverständnis von Geldbeträgen, das Notieren von Summen, die Ausführung von Rechenbeispielen, das Verständnis oder die Wiedergabe von Kalenderdaten als Beispiele gehören.

 

Dysarthrie / Dysarthropneumophonie

Dysarthropneumophonie, Anarthropneumophonie(Dysarthrie, Anarthrie)
Hier kommt es durch Störungen oder Schädigungen in bestimmten Teilen des Gehirns zu Beeinträchtigungen im Tonus, der Kraft, der Bewegungsausführung und -koordination im orofazialen Bereich (Lippen, Zunge, Kiefer, Gaumensegel, Rachen-, Kehlkopfmuskulatur) sowie der Atmung und der Stimme.

Durch eine ausgeprägte Koordinationsstörung dieser Bereiche kommt es zu einer verwaschenen und schwer verständlichen Aussprache.
Diese Störung ist eine Folge von neurologischen Erkrankungen (z.B. als Folge von Schädel-Hirn-Trauma, Schlaganfall, M. Parkinson, MS, ALS) und tritt häufig in Kombination mit einer Schluckstörung auf.

 

Dyspraxie / Sprechapraxie

Bei der Apraxie/Dyspraxie handelt es sich um eine Aussprachestörung, d.h. die Bildung einzelner Bewegungen der Zunge, der Lippen etc. ist mehr oder weniger stark betroffen. 
Daher ist auch die Aneinanderreihung dieser Bewegungen, die wir für die Bildung von Worten brauchen, beeinträchtigt. Die Ausprägung reicht von falscher oder fehlenden Bildung einzelner Laute bishin zum völligen Unvermögen zu Sprechen.
Häufig ist das Sprechen sehr anstrengend, der/die Betroffene sucht nach den Lauten bzw. Sprechbewegungen.
Das Sprachverständnis ist meist nicht betroffen.

 

Kognitive Dysphasie

Kognitive Dysphasien (Heidler, 2006) sind Sprachstörungen, die infolge beeinträchtigter Aufmerksamkeits-, Gedächtnis-, Wahrnehmungs- und Exekutivfunktionen auftreten. Diese Form der Sprachstörung ist von sog. Aphasien abzugrenzen, da es sich nicht um eine primäre Schädigung des Sprachzentrums handelt.

Mögliche Ursachen

  • Schlaganfall (vorwiegend rechts-hemisphärisch)
  • Schädel-Hirn-Trauma (frontal, rechts-hemisphärisch)
  • Degenerativ-dementielle Erkrankungen
  • Psychiatrische Erkrankungen

Symptome

  • Defizite im Verstehen von Emotionen, Sarkasmus, Mehrdeutigkeiten, Witzen, Metaphern, Redewendungen sowie komplexer Zusammenhänge
  • Defizite im Lesesinnverständnis, Verstehen von Texten
  • Probleme in der Zahlenverarbeitung
  • Wortfindungsschwierigkeiten
  • Verlieren des „roten Fadens“ während des Erzählens
  • Verarmung des sprachlichen Ausdrucks

 

Sprachabbau bei Demenz (Steiner, 2008)

Im Rahmen von progredienten Demenzerkrankungen können Probleme im Sprachverständnis, in der Sprachproduktion sowie beim Lesen und Schreiben entstehen. (Neue) Informationen können nur mehr erschwert / nicht mehr wahrgenommen, gespeichert oder wiedergegeben werden, wodurch die Dialogfähigkeit sowie allgemeine Kommunikationskompetenz schwer betroffen sein kann. Logopädische Therapien sollten in den ersten Jahren nach Diagnosestellung erfolgen, da nur zu Beginn an bspw. einer Alzheimer-
Erkrankung direkt Einfluss genommen werden kann. In weiterer Folge stellt die Beratung und Schulung der Angehörigen sowie auch das Dysphagie-Management im Rahmen dementieller Erkrankung eine wesentliche Rolle.

Mögliche Ursachen

  • Degenerativ-dementielle Erkrankungen, z.B. Alzheimer-Demenz.

Symptome

  • Defizite im Verstehen von Emotionen, Sarkasmus, Mehrdeutigkeiten, Witzen, Metaphern, Redewendungen sowie komplexer Zusammenhänge
  • Defizite im Lesesinnverständnis, Verstehen von Texten
  • Probleme in der Zahlenverarbeitung
  • Wortfindungsschwierigkeiten
  • Verlieren des „roten Fadens“ während des Erzählens
  • Verarmung des sprachlichen Ausdrucks

 

Primär progressive Aphasie

Bei der „primär progressiven Aphasie“ (PPA) handelt es sich um eine Sonderform der Demenz, bei der sich zunächst ein isolierter, gradueller Sprachverlust bemerkbar macht. Zumeist beginnt diese Erkrankung mit Wortfindungsstörungen unklarer Genese. Im weiteren Verlauf zeigen sich zunehmende Defizite der expressiven und rezeptiven sprachlichen Leistungen sowie zunehmende Apathie, Enthemmung, Kurzzeitgedächtnisstörungen, visuell-räumliche Beeinträchtigungen, Störungen des visuellen Erkennens
sowie sensomotorische Einbußen.

Mögliche Ursachen

  • Degenerative Veränderungen im Bereich des Frontallappens (Stirnlappen) sowie der linken Hemisphäre (Gehirnhälfte)

Symptome

  • Zu Beginn rein sprachliche Auffälligkeiten, progredienter Sprachverlust
  • Nach ca. 2 Jahren Zunahme kognitiver Defizite

 

Neurogenes Stottern

Das erworbene neurogene Stottern ist sowohl in der Entstehung als auch in der Symptomatik vom kindlichen Stottern abzugrenzen. Neurogenes Stottern wird durch neurologische Geschehen verursacht und kann sich im Erscheinungsbild unterschiedlich präsentieren.

Mögliche Ursachen

  • Schlaganfall
  • Mb. Parkinson
  • Schädel-Hirn-Trauma
  • Einnahme von Psychopharmaka

Symptome

  • Beschleunigte Laut- oder Silbenwiederholungen mit unkoordinierte Zungen- und Lippenbewegungen während des Artikulierens (z.B. bei Mb.Parkinson)
  • Unflüssige Sprechweise
  • Lautentstellungen
  • Laut- und Silbenverdoppelungen
  • Probleme bei der Sprechinitiierung

Schlucken und Mundfunktionen

 

Störungen der Nahrungsaufnahme / Fütterstörung

Bei Babys und Kleinkindern kann es im Laufe der Entwicklung zu einer gestörten Nahrungsaufnahme oder zu einer Verweigerung dieser kommen.  Probleme mit dem Schlucken und der Nahrungsaufnahme können unmittelbar nach der Geburt vorhanden sein, sich aber auch langsam entwickeln und in jeder Altersstufe auftreten. Häufig sind Frühgeborene, die z.B. nicht kraftvoll saugen können, betroffen.

Mögliche Ursachen

Diese Störung tritt auf, wenn eine organische oder funktionelle Beeinträchtigung der Strukturen, die am Schluckakt beteiligt sind, vorliegt bzw. das Zusammenwirken dieser Strukturen und/oder die Wahrnehmung im Mund-und Rachenraum beeinträchtigt sind.

 

Orofaciale Dysfunktion

Bei muskulären und sensorischen Auffälligkeiten im Bereich der Muskulatur des Gesichtes und des Mundes und wenn die Bewegungsabläufe beim Sprechen, Schlucken, Atmen und in Ruhe von der Norm abweichen, spricht man von einer orofacialen Dysfunktion oder einer myofunktionellen Störung.

Symptome

Diese tritt u.a.im Zusammenhang mit Störungen der Nasenatmung, der Zahn-und/oder Kieferstellung, der Gesamtkörperhaltung und der Aussprache auf. Hier sind es vor allem Störungen der korrekten Artikulation der S-Laute.
Eine offene Mundhaltung, eine abweichende Zungenruhelage, ein atypisches Schluckmuster, eine lange andauernde Lutschgewohnheit, eine unzufriedenstellende Situation beim Beißen und Kauen können weitere Symptome sein.

 

Neurogene / organische / psychogene Dysphagie

Bezeichnet eine Schluckstörung. Diese kann im Zusammenhang mit

  • neurologischen Erkrankungen auftreten (z.B. Schädel-Hirn-Trauma, Schlaganfall, Parkinson, ALS) oder
  • als Folge von Operationen im Kopf-Hals-Bereich (Wirbelsäulen-/Bandscheibenoperationen der HWS, Tumoren im Kiefer, Mundraum, an der Zunge und/oder im Rachen)
  • sowie psychischer Natur sein.

Aufgrund des gestörten Schluckaktes kann die Nahrungsaufnahme teilweise oder vollständig beeinträchtigt sein.

Symptome

  • verlangsamte und angstbesetzte Nahrungsaufnahme
  • Husten beim oder nach dem Essen durch das Eindringen der Nahrung in die Luftwege
  • erhöhte Temperatur 
  • Lungenentzündung aufgrund einer Infektion durch das Einatmen der Nahrung in die Luftwege über einen längeren Zeitraum hinweg
  • Gewichtsverlust
  • Gesichtslähmung/Fazialisparese

 

Dysphagie bei Tracheostoma

Wenn Personen mit Tracheostoma versorgt sind können unabhängig von der Grunderkrankung Schluckstörungen auftreten. Aufgrund der veränderten Atemstromlenkung und v.a. der veränderten Druckverhältnisse in Luftröhre und Rachenraum aufgrund der Umgehung des Kehlkopfs bei der Atmung können Speise- und Getränkebestandteile sowie Speichel in die Luftwege gelangen (aspiriert werden). Dies kann zu schwerwiegenden Problemen bis hin zu Lungenentzündungen führen. Aufgrund der häufig in Zusammenhang mit bestehendem Tracheostoma auftretenden Veränderung/Verminderung der Sensibilität werden diese Teilchen nicht erkannt und abgehustet.

Symptome

  • Husten während oder nach dem Essen/Trinken, aber auch in Ruhe (Speichel)
  • Gewichtsverlust
  • Mangelernährung
  • Lungenentzündung
  • Fieber
  • Schwäche

 

Dysglossie

Eine bezeichnet eine Sprechstörung aufgrund einer Fehlbildung oder Verletzung im Bereich der Sprechwerkzeuge (Lippen, Zunge, Kiefer, Zähne, Gaumensegel) bzw. der Nerven, die die entsprechenden Muskeln versorgen.

Mögliche Ursachen

  • Lippen-Kiefer-Gaumen-Segel-Fehlbildungen
  • Operationen im Mund-/Nasen-/Rachenbereich (z.B. bei Tumoren)
  • Verletzungen im Mund-/Nasen-/Rachenbereich
  • Lähmung der entsprechenden Nerven 
  • Zahn-/Kieferfehlstellungen

Symptome

  • veränderte Aussprache von (bestimmten) Lauten
  • Unvermögen bestimmte Laute auszusprechen
  • “Näseln”

 

Facialisparese

Bei einer Facialisparese kommt es durch eine Läsion/Schädigung des VII. Hirnnerven (Nervusfacialis) zu einer Gesichtslähmung. Diese kann ein- oder beidseitig auftreten. Die entsprechende Muskulatur kann nicht mehr aktiviert werden. Eine Facialisparese kann im Rahmen eines neurologischen Geschehens (z.B. Schlaganfall) auftreten, in Folge von Verletzungen oder Operationen oder ohne erkennbare Ursache (= idiopathische Facialisparese).

Symptome

  • Inkompletter Lidschluss
  • Hängender Mundwinkel (Lächeln ist erschwert)
  • Stirnrunzeln ist nicht mehr möglich
  • Einschränkung der mimischen Muskulatur (meist) einer Gesichtshälfte

 

Rhinolalie / Rhinophonie

Hierbei handelt es sich um Nasalitätsstörungen. Beim Sprechen kommt es dabei zu einer vermehrten oder verminderten Beteiligung der nasalen Resonanzräume. Umgangssprachlich spricht man von „Näseln“. 

Symptome

  • veränderter Stimmklang
  • Problemen bei der Artikulation von bestimmten Lauten
  • nasale Reibegeräusche beim Sprechen

Mögliche Ursachen

Ursachen dafür sind eine Beeinträchtigung der Funktion des Gaumensegelsdurch Fehlbildungen (Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten), Lähmungen, Verletzungen, Tumoren oder aber Veränderungen im Bereich des Nasenraumeswie Nasenmuschelhyperplasien, Fehlbildungen, Nasenscheidewandverkrümmungen oder Tumoren, manchmal auch durch Schonhaltung nach einer Mandel-Operation (Tonsillektomie).

 

Schnarchen, schlafbezogene Atemwegsstörungen

Unter schlafbezogenen Atemwegsstörungen versteht man all jene temporären Verengungen und Behinderungen im oberen Atemweg (Hals, Rachen), die im Schlaf entstehen und auftreten, verbunden mit den damit einhergehenden Beeinträchtigungen des Atemflusses. Kardinalsymptom ist meist das Schnarchen, also jene charakteristischen vibrierenden Atemgeräusche, die meist im Einatemzug zu hören sind und in weiterer Folge auch wahlweise von Atemunterbrechern, Atemaussetzern und längeren Pausen im Atemrhythmus begleitet werden können. Folge davon sind ein Sauerstoffabfall im Blut während des Schlafs und zahlreiche kleine, unbewusste Aufwachreaktionen, die den normalen Schlafverlauf zerstören, mit den daraus resultierenden Folgesymptomen bei Tag wie z.B. erhöhte Ermüdungsneigung.

Mögliche Ursachen

  • muskuläre Mund-Rachen-Schwäche (myofunktionelle Gewebeinssuffizienz, oropharyngeale Dysfunktion)
  • vergrößerte Mandeln (Tonsillenhyperplasie) - vor allem bei Kindern
  • vergrößertes schlaffes Gaumensegel (Velumhyperplasie)
  • vergrößerter schlaffer Zungengrund
  • Adipositas, Übergewicht - dadurch verstärkte Fetteinlagerungen an den Rachenwänden mit Verringerung des Atemkanaldurchmessers

Symptome

  • Schnarchen, Atemgeräusche im Schlaf
  • Atemunterbrechungen, längere Atempausen, Atemstopps
  • Tagesmüdigkeit
  • unwillkürliche Einschlafneigung, Sekundenschlaf
  • Konzentrationsschwächen, Aufmerksamkeitsdefizite, allgemeine Leistungseinbußen (körperlich)
  • Verminderte Gedächtnisleistung

Atmung

 

Atemstörung / Dyspnoe

Durch Störungen oder Läsionen in bestimmten Teilen des Gehirns oder peripherer Nerven kommt es zu Auffälligkeiten der Atmung und im Zusammenspiel von Atem und Stimme. 
Die Dyspnoe tritt in Zusammenhang mit neurologischen Erkrankungen (z.B. Schlaganfall, Schädel-Hirn-Trauma, Wirbelsäulenquerschnitt) oder Lungenkrankheiten wie Asthma oder COPD, etc. auf.
Die Atmung, d.h. z.B. die Kraft oder das Zusammenspiel der einzelnen Atemmuskeln ist betroffen. Daher ist die Atmung flach, auch das Husten und damit der Transport von Schleim ist erschwert.
Das Zusammenspiel von Atmung und Stimme kann ebenfalls beeinträchtigt sein, sodass der Atem nicht bis zum Ende des gesprochenen Satzes reicht, in Anstrengung kommt es zu Kurzatmigkeit.

 

Trachealkanüle

Im Rahmen der Entwöhnung einer Trachealkanüle ist neben der Umstellung der Atmung mit einhergehendem erhöhten Atemwiderstand auch eine bestehende Schluckstörung zu behandeln. Patient_innen, die dauerhaft mit einer Trachealkanüle versorgt werden müssen, brauche auch Unterstützung, um nach Möglichkeit mit der Kanüle über eine gewisse Stimmfunktion zu verfügen.

Die Versorgung von Patient_innen mit Trachealkanülen braucht immer ein interdisziplinäres Team, um diese Patient_innengruppe optimal zu betreuen. Dazu zählen neben Pflegeberufen, Ärzt_innen, Diaetolog_innen, Physiotherapeut_innen, den Patient_innen und deren Angehörigen auch Logopäd_innen.

Dateianhang Größe
Infoblatt Dyspnoe/Atemstöung 409.95 KB

Stimme

 

funktionelle / organische / psychogene Dysphonie

Unter dem Begriff Dysphonie versteht man eine Stimmstörung, welche unterschiedliche Ursachen haben kann. Wobei diese funktionell, organisch oder psychisch bedingt sein können. 
In Zusammenhang mit Stimmstörungen können auch Störungen in den Bereichen Atmung, Haltung, Körperspannung, Kehlkopfmuskulatur und Artikulation stehen.

Symptome

  • Heiserkeit
  • Erhöhte Sprechanstrengung
  • Fremdkörpergefühl im Hals
  • Schluckbeschwerden
  • Trockenheit im Hals 
  • Räusperzwang
  • Hustenreiz
  • Verringerte Stimmlautstärke
  • Veränderungen der Stimmqualität

 

Dysodie - Störung der Sing- und Sänger_innen-Stimme

Die Dysodie betrifft ausschließlich die Gesangsstimme, die Sprechstimme ist hiervon nicht betroffen. Dieses Störungsbild kann bei jeder_m Sänger_in auftreten - egal ob Laiensänger_in oder Profisänger_in. Die Dysodie sollte im interdisziplinären Austausch zwischen HNO-Heilkunde/Phoniatrie, Logopädie, Gesangspädagogik und eventuell auch Psychotherapie behandelt und therapiert werden.

Symptome

  • eingeschränkter Stimmumfang unter 1,5 Oktaven
  • eingeschränkter Lautstärke- und Dynamikumfang (Piano- oder/und Forteverlust)
  • Probleme im Registerwechsel
  • Probleme im Schwellton (messa di voce) oder/und Glissando
  • Starkes Vibrato oder Tremolo
  • Herabsetzung der Intonationssicherheit
  • Rückverlagerter Stimmsitz
  • Unerwünschte Beiklänge wie Heiserkeit oder Rauheit
  • Unfähigkeit zu Singen

 

Stimmanpassung bei Trans*

Personen, die biologisch einem Geschlecht angehörig sind, sich jedoch dem anderen Geschlecht zugehörig fühlen und hormonelle bzw. andere Maßnahmen anstreben bzw. bereits durchgeführt haben, leiden oftmals unter einem weiteren wesentlichen Geschlechtsmerkmal - der „unpassenden“ Stimme. Bei Frau-zu-Mann (FzM) Trans* erfolgt nach Beginn der Hormontherapie nur in äußerst seltenen Fällen eine logopädische Therapie. Die biologische Identität „verrät“ die Stimme jedoch auch nach der Transition bei Mann-zu-Frau (MzF) Trans*, da diese nicht mit hormoneller Unterstützung erhöht werden kann. Hier ist eine logopädische Stimmanpassung notwendig, um das weibliche Stimm-, Sprach- und Sprechvorbild auf gesunde Art und Weise zu etablieren.

Zielsetzungen

  • Stimme: Tonhöhe, Klang und Resonanz, Klarheit der Stimme, Lautstärke
  • Sprechen: Aussprache, Sprechtempo, Sprechmelodie, Betonung, Pausensetzung 
  • Sprache: Wortschatz, Wortarten, Menge an Worten
  • weitere kommunikative Aspekte: Körperhaltung und -bewegung, Spannung, Gestik, Mimik

 

Stimmrehabilitation nach Laryngektomie

Aphonie nach Kehlkopfentfernung aufgrund ausgedehnten Tumorbefalls

Mögliche Ursachen:

  • Zigarettenrauchen und der regelmäßige Genuss von Alkohol gelten bei mehr als 80% der Pat.– in Kombination multiplikativ – als Hauptrisikofaktoren (Pantel 2012, Hashibe et al. 2009).
  • Infektion mit manchen Subtypen des Humanen Papillomavirus- HPV (Blomberg 2011)
  • Mangelernährung (Lorenz 2012)
  • Ernährungsgewohnheiten (Bosetti 2003)
  • Gastro-ösophageale Refluxerkrankungen = GERD (Francis et al. 2001)
  • Genetische Faktoren (Lacko et al. 2014)
  • Inhalation von anderen Giftstoffen (Langevin 2013)


Symptome:

  • Aphonie
  • Hörbare Atmung durch das Tracheostoma
  • Einschränkung des Geruchs- und Geschmackssinns
  • Wegfall der Klimatisierungsfunktion der Nase können zu Abkühlung und Austrocknung der Schleimhaut der zentralen Atemwege führen, daher oft Verlegung der Atemwege durch vermehrte Sekret-und Borkenbildung
  • Oftmals Dysphagie – ohne Aspiration durch postoperative Vernarbung und Fixierung, reduzierter oropharyngealer Sensibilität, Resektion von Hypopharynxschleimhaut und Schlundmuskulatur, narbige Stenosen im neopharyngealen Segment oder an den Anastomosen durch zB. Magenhochzug oder Jejunuminterposition (Keck 2013).
  • Oftmals Dysphagie aufgrund Schädigung der Schleimhautzellen durch Bestrahlung
  • Kein Saugen, Pusten, Schlürfen, Pfeifen
  • Kein stimmhaftes Lachen, Weinen, Husten und Niesen
  • Nur sehr eingeschränkte Modulationsfähigkeit, Prosodie und Klangfarbe mit der Ersatzstimme möglich
  • Einschränkungen der Kopf-, Schulter- oder Armbeweglichkeit
  • Lymphödeme und Sensibilitätsstörungen im Gesichts-, Hals- und Nackenbereich als mögliche Konsequenzen der durchgeführten Neck Dissection (Glunz 2011)
  • Durch Verlust der Bauchpresse Probleme beim Heben und bei der Darmentleerung

Stimmersatzmethoden:

  • Ructusstimme
  • Stimmprothesenstimme
  • Elektronische Sprechhilfe (Elektrolarynx)
Dateianhang Größe
Infoblatt Dysphonie/Stimmstörung 413.84 KB

Hören und auditive Wahrnehmung

 

Auditive Verarbeitungsstörung (AVS)

Schwierigkeiten bei der Verarbeitung von Gehörtem (Geräusche, Sprache, etc.) bei intaktem Hörvermögen.

Mögliche Ursachen

  • Medizinische Faktoren, wie Hirnreifungsstörungen (z.B. nach Frühgeburt) oder chronische Mittelohrentzündungen im frühen Kindesalter
  • Umwelteinflüsse, wie auditive Reizüberflutung in der frühen Kindheit durch z.B. ständigen Verkehrslärm, Umgebungskrach, Musik, Fernsehen etc. oder Fehlerhaftes bzw. mangelndes Lernangebot
  • Familiäre Häufung von AVS

Symptome

  • Keine konstante Hörreaktion bereits im Säuglingsalter
  • Kinder neigen dazu, sich in lauten geräuschvollen Situationen die Ohren zuzuhalten oder die Situation zu verlassen
  • Das Kind findet es im Kindergarten, in der Schule, in großen Einkaufszentren, bei Familienfeiern und Festen zu laut
  • Sprachentwicklungsverzögerung mit sehr „hartnäckigem Charakter“
  • Phonologische Auffälligkeiten (zB. Buchstaben oder Wortendungen werden weggelassen; ähnlich klingende Wörter werden vertauscht (Nuss - muss, dem - den, Tanne - Kanne)
  • Differenzierungsschwierigkeiten (v.a. bei ähnlichen Lauten wie d-t, p-b, v-w, k-g, n-m) Probleme beim Auswendiglernen von Gedichten oder Liedern. Die Kinder schalten beim Zuhören nach einiger Zeit ab, da sie die hohe Konzentration, die sie fürs Hören benötigen, nicht auf Dauer aufrecht erhalten können
  • Häufiges Nachfragen bei auditiv gestellten Aufgaben in lauter Umgebung
  • Fehlerhaftes Richtungshören (die Richtung aus der ein Geräusch kommt kann nicht richtig eingeordnet werden, das Kind wendet sich nicht oder verspätet dem Sprecher zu)
  • Wenn viele Personen durcheinanderreden, spricht das Kind häufig sehr laut. Es will so erreichen, dass es sich selbst besser aus dem Stimmengewirr heraushört
  • Fehlende Sprachmelodie, monotones Vorlesen
  • Schulische Schwierigkeiten

 

Sprach-/Sprechstörungen bei Hörbeeinträchtigungen

Je nach Schweregrad und Ausprägung einer Hörstörung können bestimmte Sprachlaute,in den vom Hörverlust betroffenen Frequenzen, nicht mehr oder nur ungenau wahrgenommen werden. Diese Laute werden dann nicht bzw. ungenau artikuliert. 

Es kommt zu Auslassungen von Lauten, zu einer verwaschenen oder fehlerhaften Aussprache von Konsonanten und/oder zu einer Vereinheitlichung des Klangbildes bei Vokalen. Die gesprochene Sprache (Spontansprache) der Betroffenen ist daher schlecht verständlich bis unverständlich. Zusätzlich zu Auffälligkeiten in der Aussprache können Stimme, Sprechatmung und die Sprachmelodie auffällig sein.

Durch eine Hörstörung kann es auch zu einer Sprachentwicklungsstörung (SES) kommen. Diese betrifft die Kommunikation, das Sprachverständnis, den Wortschatz und die Laut-, Wort-und Satzbildung. Bei einer SES sind oft mehrere Bereiche gleichzeitig betroffen.

 

Hörstörung bei Hörgerät/CI

Generell unterscheidet man leichte (< 30 dB), mittlere (30-60 dB) und hochgradige Hörstörungen (> 60 dB). Ein Kind wird bereits dann als hörgestört bezeichnet, wenn es im Hauptsprachbereich (zwischen 250–4000 Hz**) einen Hörverlust über 20 dB** aufweist. Taubheit (starke Schwerhörigkeit oder Gehörlosigkeit) kann angeboren oder erworben sein. Je nach Schweregrad der Hörstörung ist die Versorgung mit Hörgeräten bzw. einem Cochlea-Implantat (CI) sinnvoll. Ein Cochlea-Implantat ist eine Hörprothese für hochgradig schwerhörige und gehörlose Kinder oder Erwachsene, denen herkömmliche Hörgeräte wenig oder gar keinen Nutzen mehr bringen.

Mögliche Ursachen

  • Genetische Komponente (Vererbung)
  • Umweltfaktoren zB. dauerhafte Lärmbelastung
  • Medizinische Faktoren

Mögliche Symtome

  • bei Kindern Sprachentwicklungsstörung (SES) - diese betrifft die Kommunikation, das Sprachverständnis, den Wortschatz und die Laut-, Wort- und Satzbildung. Bei einer SES sind oft mehrere Bereiche gleichzeitig betroffen
  • Je nach Schweregrad und Ausprägung einer Hörstörung können bestimmte Sprachlaute in den vom Hörverlust betroffenen Frequenzen nicht mehr oder nur ungenau wahrgenommen werden. Diese Laute werden dann nicht bzw. ungenau artikuliert. Es kommt zu Auslassungen von Lauten, zu einer verwaschenen oder fehlerhaften Aussprache von Konsonanten und/oder zu einer Vereinheitlichung des Klangbildes bei Vokalen. gesprochene Sprache (Spontansprache) der Betroffenen ist daher schlecht verständlich bis unverständlich. Zusätzlich zu Auffälligkeiten in der Aussprache können Stimme, Sprechatmung und die Sprachmelodie auffällig sein.

Redefluss


Stottern und Poltern

Unter dem Begriff Sprechablaufstörungen versteht man Stottern und Poltern. 
Beim Stottern kommt es zu Unterbrechungen des Sprechablaufs, des Sprechrhythmus, der Sprechbewegungen, der Sprechatmung, der Aussprache und der Stimme. Stottern zeigt sich in folgenden Merkmalen:

  • Wiederholung von Lauten, Silben und einsilbigen Wörtern
  • Lautdehnungen
  • Hörbare oder stumme Blockierungen vor oder in einem Wort 

Auch beim Poltern kommt es zu Unterbrechungen des Redeflusses durch Auslassungen, Ersetzungen oder Verschmelzungen von Lauten bzw. Silben und Lautveränderungen. Manche Polternde sprechen Wörter oder Sätze nicht zu Ende und haben manchmal Schwierigkeiten, grammatikalisch richtige Sätze zu bilden. Die Äußerungen des Betroffenen werden dadurch häufig unverständlich.

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Infoblatt zu Stottern und Poltern 450.58 KB

Lesen, Schreiben, Rechnen

 

Lese- Rechtschreibstörung

Es handelt sich um einen gestörten Erwerb des Lesens, Schreibens und Rechnens bei Kindern. Dies ist nicht die Folge eines Mangels an Gelegenheit zu lernen, keine Folge einer Intelligenzminderung oder irgendeiner erworbenen Hirnschädigung.

Symptome

  • unzureichende Verbesserung der Lese-und/oder Rechtschreibkompetenz sowie der Rechenfertigkeiten trotz intensiver Übung
  • auffallend viele Fehler beim Schreiben (auch Lautfehler, Buchstabenverwechslungen, -auslassungen, ...)
  • langsames und/oder ungenaues Lesen
  • Beeinträchtigungen im Lese-Sinnverständnis
  • Schulfrustration, Schulangst

 

Rechenstörungen / Dyskalkulie

Rechenstörungen stellen eine persistierende Beeinträchtigung der Entwicklung der Rechenleistung dar und sind durch Schwierigkeiten in mathematischen Basiskompetenzen, Grundrechenarten und/oder Textaufgaben gekennzeichnet (Haberstroh &amp; Schulte-Körne, 2018). Es handelt sich dabei um eine Lernstörung, die den neurologisch bedingten Entwicklungsstörungen zugeordnet ist (ICD-11, DSM-5). Die Prävalenzraten werden zwischen 3 und 8,4 % angegeben (Landerl et al., 2017).
Rechenstörungen treten oftmals kombiniert mit Lese-Rechtschreib-Störungen und/oder Aufmerksamkeitsstörungen (AD[H]S) auf.

Mögliche Ursachen

  • Zusammenspiel aus neurobiologischen, kognitiven und umweltbedingten Risikofaktoren
  • Probleme im Verständnis von Numerositäten
  • Gedächtnisdefizite (Speicherung und Abruf im Langzeitgedächtnis, Arbeitsgedächtnis)
  • Defizite in den exekutiven Funktionen (Planungs- und Kontrollfunktionen)
  • Beeinträchtigung der allgemeinen Verarbeitungsgeschwindigkeit
  • Defizite in visuell-räumlichen Fähigkeiten

Symptome

  • Schwierigkeiten im Zahlenverständnis
  • Frühe Defizite in den Zählfunktionen
  • Schwierigkeiten im Abzählen und dem Prinzip der Eins-zu-eins-Zuordnung (ein Objekt darf genau einmal gezählt werden)
  • Probleme im Zahlenlesen und Zahlenschreiben (häufige Zahlendreher 32  23)
  • Eingeschränkte Merkleistung für numerische Fakten
  • Verlangsamtes und fehlerhaftes Rechnen
  • Probleme im Lösen mathematischer Aufgabenstellungen
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Infoblatt zu Lese- und Rechtschreibstörung 427.21 KB

Apparative Diagnostik

 

Audiometrie

Audiometrie bezeichnet die Messung des Hörvermögens. Dabei kommen unterschiedliche Verfahren zum Einsatz.
Bei Stimmgabeltests, Ton-und Sprachaudiometrie (subjektive Methoden) muss der/die PatientIn aktiv signalisieren, sobald der Ton gehört wird.

Bei den sogenannten “objektiven Methoden”-Impedanzmessung, Messung der Otoakustischen Emissionen (OAE) und die Messung der auditorisch evozierten Potentiale (AEP bzw. BERA) -ist eine aktive Mitarbeit des Patienten nicht nötig, allerdings muss man während der Messung ruhig sitzen oder liegen.

 

Stimmfeldmessung

Stimmfeldmessungen werden von Logopäd_innen als ein Teil der Diagnostik vor Behandlungsbeginn also auch nach oder während der Therapie als Verlaufskontrolle durchgeführt und dienen der objektiven Darstellung stimmlicher Fähigkeiten. Durch Sprechen und Singen in ein Mikrofon werden die Tonhöhe, die Lautstärke der leisen, normalen/alltäglichen und der Rufstimme gemessen. 

Ziel ist neben der optischen Darstellung, die ähnlich wie ein Biofeedback gut verständlich ist, die Möglichkeit die stimmlichen Leistungen vor und nach der logopädischen Therapie zu vergleichen. 
Die Messung erfolgt entweder über ein entsprechendes Computerprogramm oder durch Zuhilfenahme eines Instruments.
Am Tag der Messung sollte keine Erkältung vorliegen, die zu einer Verzerrung des Ergebnisses führen könnte.

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Infoblatt Audiometrie 411 KB
Infoblatt Stimmfeldmessung 416.89 KB